Gründung vom Advicio Ingenieurbüro Tonio Grawe

Die Firma wurde 2002 gegründet. Nach dem Platzen der Internet-Blase fand zu dieser Zeit in der IT-Branche eine Bereinigung statt. Ich habe aus einer ungekündigten Stellung heraus beschlossen, dass dies der richtige Zeitpunkt sei, in die Selbständigkeit zu wechseln.

Fokussierung auf IT-Service-Kataloge

Die ersten Jahre hat sich das Unternehmen auf ein Thema spezialisiert: Die Entwicklung on IT-Service-Katalogen. Das Thema war damals noch sehr neu, doch in dieser Zeit, in der IT-Budgets gekürzt wurden, sehr aktuell. IT-Service-Kataloge sollten unternehmensintern dokumentieren, welche Leistungen der Gegenwert für das Budget waren. Und die Service-Spezifikationen wurden auch in Sourcing-Vorhaben genutzt. Advicio hat  zu diesem Thema Grundlagen entwickelt, beispielsweise die XML-basierte Service Specification and Configuration Language (SSCL), unsere Service-Taxonomie Service Classification Recommendation (SCR) und das Eclipse-basierte Modellierungswerkzeug Advicio Service Workbench (ASW). Die Software und ein Teil der Methoden wurden auch von meinen Kollegen in unserem „R&D Office“ in Leipzig entwickelt.

2005 hat Advicio die Konferenz IT-Service-Engineering 2005 initiiert und zusammen mit dem IT-Verlag und dem BITKOM durchgeführt. Das wirklich hochkarätige Programm hat über 100 Teilnehmer aus der Industrie angelockt.

Von 2003 bis etwa 2007 war Advicio ein „Value Partner“ von dem geförderten Forschungsprojekt ServCASE. Als Value Partner habe ich zwar keine Fördermittel bekommen, aber wohl dennoch einen Wert zum Projekt beigetragen. Die Konsortialpartner des Projekts waren das Fraunhofer IAO, die Universität Leipzig, GSM, T-Systems Multimedia Solutions, e-pro, IDS Scheer, Infoman, und ISA. Herausgekommen ist aus dem Projekt vor allem ein Buch: Entwicklung IT-basierter Dienstleistungen, Physica-Verlag, 2008.

Ab 2006: Projektmanagement

Die starke Fokussierung auf IT-Service-Kataloge war keine Herausforderung mehr. Zwar ist das Thema noch immer Hype, aber meine Kunden möchten mir andere Projekte anvertrauen – was mich ehrt und reitzt. Seitdem setze ich meine Skills in Projekten ein, in denen es um „Business Transformation“ und „Organizational Change“ geht. Damit bin ich einen Schritt weg von der IT, hin zum Business gegangen. Über die Jahre habe ich mich dann konsequent in Projektmanagement-Methoden weitergebildet und wurde 2009 vom PMI zum PMP® (Project Management Professional) zertifiziert.

Ab 2010: Leadership und Coaching

Als externer Projektleiter hat man die Herausforderung, ohne Hierarchie, dass heisst ohne diszipilarischer Vorgesetzter zu sein, führen zu dürfen. Damit konfrontiert habe ich mich mit systemischer Führung auseinandergesetzt, was zunehmend mein Steckenpferd geworden ist. Ich bin dann mit Jurgen Appelo eine Kooperation eingegangen und habe 2012 bis 2013 sein Management-Training „Management 3.0 – Agile Leadership Practises“ in Deutschland durchgeführt. Leider fehlt mir heute die Zeit da weiterzuführen. Es hat mir aber viel Spass gemacht, mit den Seminarteilnehmern zu arbeiten.

Im Jahr 2012 habe ich auch eine Ausbildung zum systemischen Coach bei Susanne Weber gemacht.