Wenn man als Business Analyst Anforderungen erfasst, dann kann man sich fest darauf verlassen, dass alle Anforderungen extrem wichtig sind. Eigentlich gibt es doch nur „must have“, oder? Nun muss man aber doch als Projektmanager mit einem begrenzten Budget auskommen. Wie kann man also die Stakeholder dazu bringen, selbst die wirklich wichtigen Features festzulegen?

Es gibt eine spielerische Art, dies herauszufinden, die ich auf meinem CSPO-Kurs kennengelernt habe. Das Spiel heißt „Product Box“, ist aus der Innovation Games-Reihe und funktioniert so: In einem Requirements Engineering-Workshop wird dabei jedem Teilnehmer eine weiße Schachtel überlassen. Zudem gibt es eine große Auswahl an Stiften, buntem Papier und Zeitschriften, aus denen Bilder ausgeschnitten werden können. Die Teilnehmer haben nun die Aufgabe, für das Resultat des Projekts – das Produkt – einen schicken Karton zu entwerfen. Der soll so gestaltet werden, dass er – sagen wir mal in einem Supermarkt – neben vielen anderen, vergleichbaren Produkten im Regal steht. Die Verpackung muss das Produkt nun für den Käufer interessant machen.

Der Clou an dieser Aufgane ist natürlich, dass der Platz auf dem Karton beschränkt ist. Möchte man ein Feature besonders groß herausstellen, dann bleibt weniger Platz, andere Features zu nennen. Wo auf der Verpackung ein Feature erwähnt wird und wieviel Platz dafür verwendet wird, zeigt objektiv, wie wichtig der jeweilige Stakeholder das Feature findet. Zudem lässt die Gestaltung auch tiefen Einblick, wie der Stakeholder zu dem Projekt steht: Ist die Verpackung hochwertig gestaltet? Oder ist es ein Produkt aus der Discount-Reihe? Ist die Verpackung seriös?

Auf dem CSPO-Kurs hatten wir die Aufgabe, einen Karton für ein Software-Entwicklungs-Team zu erstellen und dies ist meine Schachtel:

Das Buch, aus dem diese Tecknik stammt, gibt es bei Amazon: Innovation Games: Creating Breakthrough Products Through Collaborative Play: Creating Breakthrough Products and Services