Bei kleinen Projekten hat man oft das Problem, dass keine Zeit ist, eine aufwendige Infrastruktur aufzubauen und alle Projektbeteiligten darauf zu bringen. Von meinen großen Kunden kenne ich, dass ein Sharepoint oder ein Livelink irgendwo läuft, oder auch ein Alfresco. Dann sind aber in Projekten häufig externe Beteiligte, die dann keinen Zugriff bekommen oder es ewig dauert, diesen einrichten zu lassen. Also werden riesige Datenmengen über ungesicherte Emails verschickt.

Ich habe nach einem einfach zu bedienenden, schnell zu installierendem File Repository gesucht, das in genau solchen Fällen eingesetzt werden kann. Gefunden habe ich AjaXplorer. Diese Software ist eine webbasierte GUI auf ein File-System. Die Erfahrung damit:

  • Extrem schnell zu installieren auf einem Apache2. AjaXplorer benötigt keine Datenbank sondern verwendet nur Dateien.
  • Sehr intuitiv zu bedienen. Wer mit dem Windows Explorer zurecht kommt, findet sich auch hier zurecht.
  • Technologisch führend. Das Ajax-basierte GUI macht Spaß. Drag & drop, kontextsensitive Menüs etc. sind Features, die in Web-Applikationen heute noch ungewohnt sind. AjaXplorer zeigt, was technisch möglich ist.

Für jedes Projekt kann man ein eigenes Repository anlegen. Ein Repository entspricht einem Verzeichnis auf dem Server, in dem die Projektdokumente abgelegt werden. Natürlich können für jedes Repository die Benutzer konfiguriert werden, die Zugriff haben sollen. Es können also mit einer Installation des AjaXplorers viele Repositories (für viele Projekte) betrieben werden. Es können aber – soweit ich weiss – Benutzer nur für ein ganzes Repository entweder Schreib- oder Leserechte bekommen. Es ist wohl nicht möglich, dies für Unterverzeichnisse festzulegen.

AjaXplorer ist nichts anderes als ein schicker, webbasierter Zugriff auf das Dateisystem. Zahllose Features mit denen Sharepoint und Livelink aufwarten – etwa die integrierte Issue List, Versionierung und vieles andere mehr – gibt es bei AjaXplorer nicht. Ich persönlich vermisse nichts. Denn diese zahllosen Features sind es doch, die die Benutzung dieser komplexen Systeme so schwer macht.

Die Tatsache, dass AjaXplorer nicht der Herr über die Dateien ist, sondern nur den Zugriff ermöglicht, ist positiv: Leicht können so auch andere Zugriffsmöglichkeiten parallel aufgesetzt werden. Sei es über WebDAV, zur File-Synchronisierung (etwa mit Unison) oder für das Backup. Alles ganz einfach.

Gelungen finde ich die Funktion von AjaXplorer, mit der ein ganzes Verzeichnis als Zip-Datei heruntergeladen werden kann, um es auf dem Notebook dabei zu haben. Damit mache ich mir regelmäßig einen Abzug vom laufenden Projekt – natürlich nicht anstatt sondern zusätzlich zum Backup.

AjaXplorer, schönes File Repository für kleine Projekte
AjaXplorer, schönes File Repository für kleine Projekte