Letzte Woche war ich beim PM Camp in München, einer sogenannten Unconference für Projektmanagement. Das war eine sehr erfolgreiche Veranstaltung: einerseites viele interessante Menschen wiedergetroffen und neu kennengelernt, andererseits ganz viele Inspirationen mitgebracht. Zum Beispiel Storytelling, was in einer Session besprochen wurde, für die Sigrid Hauer die Inputgeberin war. Storytelling ist eine Kompetenz, die ich bei mir noch weiterentwickeln möchte.

Mit Storytelling meint man, das nüchterne Informationen in schönen Geschichten verpackt werden. Metaphern beispielsweise. Damit erricht die Information besser das Gehin der Zuhörer. Und wenn es eine schöne Geschichte ist, merkt man sie sich und erzählt sie weiter. So fing es auch mit den Grimm-Brüdern und Anderssen.

Die Gefahr ist aber, dass eine  Geschichte nur noch erzählt wird, weil sie schön ist. Vielleicht haben sich aber die Ziele verändert und die Geschichte passt gar nicht mehr. Geschichten sind dann auch schwer wieder aus der Welt zu bringen. Ich denke gerade an all die alten Märchen und mir fällt ein Vortrag von Gunter Dück ein (als Video hier anzusehen). Er stellt mit viel Selbstreflexion fest, wie die Ziele von Erziehung und Bildung sich in den vergangen Jahrzehnten gundsätzlich geändert haben:

Erziehungs-/bildungsziel seit Humboldt die Schulpfilcht eingeführt hat: „Einen treuen Arbeitsesel machen“, sagt Dück. Einen, der bei diesen Eigenschften gut ist:

  • Fleiß
  • Ordung
  • Betragen
  • Mitarbeit

Erziehungs-/bildungsziel nach „Humboldt 2.0“, so nennt Dück die neuen Anforderungen plakativ:

  • Überzeugen können
  • Teamfähigkeit
  • Lernfähig
  • Selbstorganisiert
  • Konflikte lösen können

Dücks Ausführungen überzeugen mich. Was für den Erziehungsauftrag der modernen Eltern bleibt, ist die Bewertung alter Märchen anhand dieser Ziele. „Frau Holle“ zum Beispiel zielt auf Fleiß ab. Dück sagt nicht, dass Fleiß oder die anderen alten Tugenden heutzutage schaden. Ich frage mich aber, ob es Märchen gibt, die die neuen Tugenden vermitteln. Oder braucht es dazu neue Geschichten? Aber Schwammkopf und „Bob, der Baumeister“ helfen doch dabei auch nicht, oder?