Wie viel Veränderung verkraftet eine Organisation? Darüber gibt es zahlreiche mehr oder weniger theoretische Abhandlungen. Und derzeit gibt dazu offenbar auch eine ganz praktische Versuchsreihe bei deutschen IT-Organisationen, denn so stark wie seit Jahren nicht sind derzeit die Veränderungen aufgrund technologischen Fortschritts.

Stichwort SOA: Die service-orientierte Architektur soll Anwendungen in funktionale Komponenten zerlegen, die zur Laufzeit lose gekoppelt werden. Die Idee: die einzelnen Komponenten können einfacher weiterentwickelt werden – wodurch die Innovationszyklen sich verkürzen. Und die Funktionseinheiten können als Webservices leichter wieder verwendet werden. Komponenten haben ja in der Softwaretechnik eine lange Geschichte. Neu ist aber, dass sie nicht zur bei der Entwicklung der Software, sondern im Betrieb zusammengefügt werden. Die Probleme: Einzelne Funktionen lassen sich nicht ohne weiteres aus einer bestehenden Anwendung herauslösen und weiterentwickeln. Es fehlt bei den meisten Unternehmen ein applikationsübergreifendes Datenmodell. Und, nicht zuletzt, schränkt eine hart kodierte Business-Logik in standardisierten Applikationskomponenten die Wiederverwendung stark ein.

Was für die Software gut ist kann auch für die Hardware nicht schlecht sein. Durch Virtualiserung können standardisierte Infrastrukturkomponenten entstehen. Server, Speicher, Netze und sogar Desktops lassen sich mit unterschiedlichen Technologien virtualisieren. So soll die Auslastung der Ressourcen und die Effizienz der Betriebsprozesse optimiert werden. Nun sind diese Technologien marktreif und das Potential ist so groß, dass kaum eine IT-Organisation dieses Thema nicht schon auf der Roadmap hat. Aber das Potential lässt sich nur realisieren, wenn für alle Infrastrukturtypen eine gemeinsame Virtualiserungsstrategie entwickelt wird, sprich: eine „service-orientierte Infrastruktur“ (SOI) entsteht.

All das sind gute Ideen, die uns effizienter machen. Bis es aber soweit ist, ringen sie uns enorme Veränderungen ab. Zunächst technologisch, aber zunehmend auch organisatorisch.