Ressourcen sollten möglichst gut ausgelastet werden. Eine Technologie, die unter anderem dieses Problem in den Griff zu bekommen scheint, ist das Grid Computing. Eine gerade veröffentlichte Studie von Oracle, der vierte „Grid Index“, attestiert den Deutschen eine gewisse Vorreiterrolle. Gleichauf mit den USA, aber etwas hinter den Skandinaviern, profilieren sich unsere IT-Betreiber mit diesem Trendthema.

Grid Computing erinnert mich an Ameisen. Diese kleinen Tierchen tragen das Vielfache ihres Körpergewichts und rennen relativ zu ihrer Körpergröße unheimlich schnell. Dennoch ist eine Ameise, wenn wir sie mal als Ressource betrachten, natürlich schnell ausgelastet. Mehr Bewunderung als die Leistung einer einzelnen Ameise verdient die eines Ameisenstaats. Sie versetzen im wahrsten Sinne des Wortes Berge. Jedes einzelne Tier schleppt. Aber eigentlich ist die Koordination von Millionen von Tierchen das Wunder. Fällt eins aus, dann übernehmen die anderen dessen Arbeit. Alle arbeiten für ein gemeinsames Ziel und wissen was zu tun ist. Wie schaffen die das?

Das ist auch das Geheimnis beim Grid Computing. Viele kleine Prozessoren sollen für ein gemeinsames Ziel arbeiten. Billige Blade-Server-Farmen und sogar unausgelastete Desktop-Computer bündeln ihre Leistung. Wenn Peak-Leistungen am Quartals- oder Jahresende gefordert sind, lassen sich diese leichter verteilen, sogar über Organisationen hinweg. Jeder Rechner stellt seine Ressourcen zu Verfügung und somit wird insgesamt eine viel bessere Auslastung erreicht. Und fällt ein Prozessor aus, so fällt dies beim Grid Computing genauso wenig auf, wie bei den Ameisen. Ausfallsicherheit ist integriert.

Klingt gut. Aber es ist natürlich nicht so einfach, diese vielen Geräte so zu koordinieren, dass das Ergebnis stimmt. An die Software werden dabei ganz neue Herausforderungen gestellt und natürlich lässt sich nicht jede Aufgabe verteilen. Weil Grid Computing weniger ein Hardware-Thema ist, sondern die Anwendungsarchitektur betrifft, ist der Weg zur Umsetzung lang. Laut Grid-Index-Zahlen nutzen jetzt 70 Prozent der Organisationen „in einigen Bereichen“ Grid Computing. Es handelt sich dabei aber noch um Pilotprojekte und abteilungsbezogene Grids, nicht um große Migrationen alter Systeme auf Grids.
www.oracle.com/global/eu/pressroom/emeagridreport4.pdf